Rope Sewing oder auch Nähen mit Seil ist eine tolle Technik um schnell und einfach super schöne Projekte zu gestalten. Es eignet sich wunderbar für Anfänger oder für kleine DIY Ideen für Zwischendurch.
Rope Sewing - Grundlagenwissen
Wenn du gerade erst mit Rope Sewing startest, findest du wichtige Informationen und Details zur Arbeit mit dem Seil und deiner Nähmaschine in meinem Blobeitrag Rope Sewing: Mit Seil, Garn und Nähmaschine kreative Körbe, Schalen und Taschen nähen
Mit der Rope-Sewing-Technik kannst du aus einer einfachen Baumwollkordel ein stabiles kleines Körbchen nähen. Dabei wird das Seil spiralförmig aufgewickelt und mit einem breiten Zickzackstich verbunden. Die Technik eignet sich auch für Schalen, Untersetzer und grössere Seilkörbe.
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Zubehör für dein Körbchen aus Seil
Für dein Körbchen aus Seil benötigst du:
* ca. 3 bis 5 m Baumwoll oder Makramee-Seil (je nach gewünschter Grösse). Baumwollseil lässt sich meist besonders angenehm formen und vernähen.
* Seilstärke ca. 3 bis 6 mm
* stabiles Polyester-Nähgarn
* Universalnadel in Stärke 90
* Nähmaschine mit Zickzackstich
* offener oder transparenter Zickzack-Nähfuss
* Stoffschere
* einige Stecknadeln oder Clips
* optional: Stoffstreifen, Kunstlederlabel oder Webband zur Dekoration
Einstellungen an deiner Nähmaschine zum Nähen deines Körbchens aus Seil
Stelle deine Nähmaschine zunächst ungefähr so ein:
* Stichart: Zickzackstich
* Stichbreite: ca. 5 bis 5,5 mm
* Stichlänge: ca. 2,3 bis 3 mm
* Nadelposition beim Stoppen: unten, falls deine Maschine diese Funktion besitzt
* Nähgeschwindigkeit: langsam bis mittel
Die genaue Stichbreite hängt von der Dicke deines Seils ab. Der Zickzackstich muss bei jedem Stich beide nebeneinanderliegenden Seilstränge erfassen. Nähe deshalb zuerst eine kleine Probe.
Dein Körbchen aus Seil nähen
Starten wir also mit dem Nähen. Achte darauf, dass du schon dich richtige Breite deines Zickzackstiches ausgewählt hast und sich genügend Garn in der Ober-und Unterspule befinden. Rope Sewing verbraucht recht viel Garn.
Boden nähen
Schneide den Anfang des Seils sauber und möglichst gerade ab.
Rolle das Seil anschliessend eng zu einer kleinen Schnecke auf. Wickele ungefähr drei bis vier Runden und sichere die Schnecke vorsichtig mit Stecknadeln.
Die kleine Schnecke sollte etwa 2 bis 3 cm gross sein. Ein sauber und straff gewickelter Anfang erleichtert dir die ersten Nähte.
Lege die Seilschnecke unter den Nähfuss. Das lange, noch nicht vernähte Seil sollte seitlich aus der Maschine herauslaufen und sich ohne Verknoten abwickeln lassen.
Nähe zuerst langsam über die Mitte der Schnecke. Du kannst ein kleines Kreuz nähen oder direkt mit dem Zickzackstich entlang der Spirale beginnen.
Verriegle den Anfang mit einigen Vor- und Rückstichen.
Die ersten Runden sind etwas knifflig. Stoppe regelmässig mit der Nadel im Seil, hebe den Nähfuss an und drehe die kleine Spirale vorsichtig weiter.
Führe das lose Seil immer eng an die bereits genähte Spirale heran.
Die Mitte des Nähfusses verläuft dabei genau zwischen den beiden Seilsträngen. So sticht die Nadel abwechselnd in den bereits vernähten und in den neu angelegten Seilstrang.
Nähe langsam rundherum weiter. Halte die Seilspirale dabei vollständig flach auf der Nähfläche.
Achte darauf, dass:
* zwischen den Seilsträngen keine Lücken entstehen
* sich das Seil nicht überlappt
* der Boden flach bleibt
* der Zickzackstich beide Seilstränge sicher erfasst
Nähe weiter, bis dein Boden einen Durchmesser von ungefähr 8 bis 10 cm erreicht hat.
Seiten des Körbchens formen
Sobald der Boden gross genug ist, wird er beim Weiternähen angehoben.
Lasse die Nadel im Seil stecken und hebe den Boden langsam mit der linken Hand an. Stelle ihn möglichst steil gegen die linke Seite beziehungsweise den Maschinenkopf deiner Nähmaschine.
Nähe nun in dieser Position weiter. Das lose Seil wird weiterhin eng an die vorherige Runde gelegt.
Schon nach den ersten Runden beginnt sich der Rand nach oben zu formen. Der Winkel, in dem du den Boden hältst, bestimmt die spätere Form:
- hebst du den Boden nur leicht an: flache, weit geöffnete Schale
- hebst du den Boden deutlich an: steileres Körbchen
- hältst du den Boden beim nähen fast senkrecht zum Nähfuss: relativ gerade nach oben verlaufende Seiten
Nähe Runde für Runde weiter, bis dein Körbchen ungefähr 6 bis 8 cm hoch ist.
Farbwechsel des Körbchens
Du kannst den Korb auch zweifarbig gestalten. Da meine Kordel einen im Inneren einen Polyesterkern hat, hole ich diesen hervor und kürze ihn um ca 3 cm.
Dann ziehe ich das Seil wieder zurück. Das mache ich am Ende meines ersten Seils und am Anfang meiner zweiten Seilbarbe. So kann ich die Enden einfach übereinander legen, sie flach aufeinander drücken und das Seil weiter annähen.
Nähe dein Körbchen nun solange weiter, bis die gewünschte Höhe erreicht ist.
Das Seilende abschliessen
Bist du am Ende deiner gewünschten Körbchenhöhe angekommen brauchen wir einen schönen Abschluss für das Seil. Ich habe mich hier für eine schnelle Schlaufe entschieden:
Schneide das Seil etwa 8 bis 10 cm vor der gewünschten Endstelle schräg ab. Ein schräger Schnitt lässt das Ende weniger abrupt wirken. Alternativ, wenn du ein Seil mit einem Polyesterkern hast wie ich, kannst du das Innere wieder um ein paar Zentimeter kürzen.
Lege das Seilende flach mit einer kleinen Ruckschlaufe zwischen die letzte und Vorletzte Seilrunde. Nähe langsam darüber und verriegle das Ende mit mehreren Vor- und Rückstichen, bis du das Seilende gut zwischen den Lagen eingenäht hast. Verkleinere bei Bedarf die Stichlänge, damit ein dichterer Zickzackstich entsteht.
Alternativ kannst du:
- das Ende unter einem Kunstlederlabel verstecken – hier klebst du das Label einfach über das Seilende oder nähst es darüber fest.
- das Seil leicht ausfransen und als kleine Quaste verwenden – Nähe bis ca. 2 cm vor dein Seilende und verriegel die Naht. Kämme jetzt das Ende des gewebten Seils aus, so dass eine kleine Quaste entsteht.
- einen Stoffstreifen um das Ende wickeln und festnähen. So hat das Ende einen Sauberen Abschluss.
Variationsmöglichkeiten
Ich liebe es richtig kreativ zu werden mit meinen Körbchen! Folgende Varianten kannst du an deinen Körbchen ausprobieren:
- Verwende ein farbiges oder mehrfarbiges Nähgarn.
- Wickle einzelne Seilabschnitte mit schmalen Stoffstreifen ein.
- Nähe ein Label aus Kunstleder oder Kork auf.
- Verwende für Ober- und Unterfaden unterschiedliche Farben.
- Nähe einige Runden mit einem besonders dichten Zickzackstich.
- Verziere das fertige Körbchen mit Textilfarbe.
Der Oberfaden ist später vor allem auf der Innenseite und der Unterfaden auf der Aussenseite sichtbar. Berücksichtige daher beide Garnfarben bei deiner Gestaltung.
Dein Körbchen aus Seil ist jetzt fertig!
Ist das nicht ein tolles DIY-Projekt? Ich liebe die Arbeit und die kreativen Möglichkeiten damit!
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Herzliche Grüsse
Sarah
Meine besten Tipps für dein Rope Sewing Projekt:
Damit dein Seilkörbchen schön gleichmässig wird und sich gut nähen lässt, habe ich hier meine wichtigsten Tipps für dich zusammengestellt.
Achte auf die richtige Stichbreite
Der Zickzackstich sollte immer beide nebeneinanderliegenden Seilstränge erfassen. Trifft die Nadel nur einen Strang, vergrössere die Stichbreite oder schafft deine Nähmaschine nicht die gewünschte Breite, verwende ein etwas dünneres Seil.
Führe das Seil eng an der vorherigen Runde
Damit keine Lücken entstehen, sollte das neue Seil immer dicht an der bereits genähten Runde liegen. Orientiere dich dabei am Mittelpunkt deines Nähfusses und führe ihn möglichst genau über der Verbindung zwischen den beiden Seilsträngen.
Halte den Boden beim Nähen flach
Damit sich der Boden nicht wölbt, sollte er beim Nähen vollständig flach auf der Nähfläche liegen. Ziehe nicht am Seil und lasse die Nähmaschine das Material möglichst gleichmässig transportieren. Achte auch darauf, dass das Seil gut von der Nähmaschine angezogen werden kann und nichts verknotet ist.
Hebe den Boden für die Seiten gleichmässig an
Sobald du mit den Seiten beginnst, hebst du den Boden langsam und gleichmässig an. Je steiler du ihn hältst, desto gerader werden die Seiten deines Körbchens. Achte darauf, den Winkel während des Nähens möglichst konstant zu halten.
Nähe langsam und ohne Druck
Wenn deine Nähmaschine das Seil nur schwer transportiert, reduziere die Geschwindigkeit und kontrolliere, ob unter deinem Nähfuss genügend Platz für die Seildicke vorhanden ist. Sehr dicke, feste oder harte Seile sind nicht für jede Haushaltsnähmaschine geeignet.
Behalte deine Finger im Blick
Besonders beim Nähen der kleinen Anfangsspirale befinden sich deine Finger schnell nah an der Nadel. Nähe deshalb langsam und drehe das Seil vorsichtig weiter. Und ja…ich spreche aus Erfahrung!
Lass die Nähmaschine arbeiten
Ziehe oder schiebe das Körbchen nicht mit Kraft durch die Maschine. Führe es nur vorsichtig und lasse den Transporteur die eigentliche Arbeit übernehmen.
Kontrolliere regelmässig deine Nadel
Durch das feste Material wird die Nadel beim Rope Sewing stärker beansprucht. Prüfe sie deshalb zwischendurch und tausche sie aus, sobald sie stumpf oder verbogen ist.